Ein Reitlehrer haftet nicht in jedem Fall für den Sturz einer Schülerin während des Unterrichts. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt nach einer Meldung vom Montag entschieden. Das Gericht wies damit Schadenersatzansprüche des Landes Hessen gegen einen Reitlehrer zurück.

Eine Schülerin von ihm war in einer Reithalle gestürzt und hatte sich einen Lendenwirbel gebrochen, weil ihr Pferd im Trab plötzlich die Richtung geändert hatte. Als Arbeitgeberin der verletzten Finanzbeamtin forderte das Land von dem Mann die Arztkosten und das Gehalt für die Zeit, in der die Beamtin ausfiel. Doch wie schon die Vorinstanz winkte das OLG ab (Az: 4 U 162/12).

Zwar habe der Reitlehrer seine Pflichten insofern verletzt, dass er die Schülerin weiter auf dem 18-jährigen Wallach im Kreis traben ließ, während eine Stute und ihr Fohlen durch die Halle geführt wurden. Denn es sei naheliegend, dass ein Pferd wegen seines Herdentriebs den anderen folgen könnte. Zumindest hätte der Lehrer seine Schülerin auffordern müssen, langsamer zu reiten, um eine mögliche Richtungsänderung besser auffangen zu können. Im konkreten Fall sei der Wallach aber erst ausgebrochen, nachdem das Tor hinter dem anderen Pferd und ihrem Fohlen schon wieder zu war. Daher sei davon auszugehen, dass der Wallach auch ausgebrochen wäre, wenn die Schülerin nach Schließen des Tores wieder mit ihm angetrabt wäre, hieß es in der Begründung des OLG.

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