Diese Geschichte hätte kein Drehbuchautor besser schreiben können - ein solches Happy End hätte wohl niemand mehr erwartet!

Im Tierheim Berlin gab es am Wochenende ein ungewöhnliches Happy End: Nach fast fünf Jahren konnte eine Berlinerin ihre vermisste Katze wieder in die Arme schließen.

Dicke Tränen kullerten bei Sylvana Welski, als sie das erste Mal ihre seit Ende 2008 vermisste Samtpfote Pauley wiedersah. Selbst die Tierpflegerinnen waren gerührt vom Wiedersehen, denn die sonst Fremden gegenüber eher scheue Katze schien ihre ehemalige Halterin wiederzuerkennen und ging sofort auf die 33-Jährige zu. „Als ich vor einigen Tagen Post vom Tierheim Berlin bekam, dass meine Katze gefunden wurde, konnte ich es gar nicht glauben“, erzählt die Köpenickerin.

Pauley war ihrer Besitzerin im Spätherbst 2008 vermutlich durch einen Fensterspalt entwischt. In den nächsten Tagen verteilte Welski Aushänge in der Nachbarschaft – ohne Erfolg. Auch Anrufe in der Amtlichen Tiersammelstelle auf dem Gelände des Tierheims Berlin brachten keine Nachricht von der Katze. Pauley blieb verschwunden. Immer wieder hatte sich ihre Besitzerin gefragt, wie es ihrer Samtpfote wohl ergangen ist und ob es ihr gut geht. Sie hatte Pauley als Katzenbaby Anfang 2006 zu sich geholt und mit der Flasche großgezogen.

Wie sich jetzt herausstellt, war Pauley nach ihrem Entwischen einem nur wenige hundert Meter entfernt wohnenden Katzenfreund zugelaufen. Leider war er sich nicht bewusst, dass er verpflichtet gewesen wäre, das Fundtier zu melden. Denn auch Tiere unterliegen dem Fundrecht. „Wer ein Tier findet, muss dies unverzüglich anzeigen, es in die Amtliche Tiersammelstelle bringen oder im Ernstfall die Polizei benachrichtigen, die die Abholung des Tiers veranlasst“, sagt Wolfgang Apel, Präsident des Tierschutzvereins für Berlin.

Möglich ist, wie bei Pauley geschehen, die Identifizierung des Fundtiers durch einen Mikrochip. Denn ist der Vierbeiner ordnungsgemäß gechippt und z.B. beim Deutschen Haustierregister gemeldet, ist das vermisste Tier meist ganz schnell wieder zu Hause. „Dieser Fall zeigt, wie wichtig das Chippen und Registrieren für Tierhalter ist“, erläutert Apel weiter.

In Pauleys Fall hatte der Finder den Chip leider nie auslesen lassen. So lebte die Katze fast fünf Jahre unbemerkt in der Nachbarschaft von Sylvana Welski. Nachdem das Tier vor einigen Wochen kastriert wurde, verstand es sich nicht mehr mit der bereits vorhandenen Katze des Finders. Der Mann entschloss sich deshalb, Pauley im Tierheim Berlin abzugeben. Hier staunten die Mitarbeiter nicht schlecht, als sie den Mikrochip der Katze auslasen, denn die Samtpfote war auf jemand ganz anderen registriert – auf Sylvana Welski.

Pauley hätte also schon längst wieder zu Hause gewesen sein können, wenn sie früher auf ihren Chip geprüft worden wäre. Aber Sylvana Welski hegt keinerlei Groll gegen den Finder. „Ich bin ihm überhaupt nicht böse“, erzählt sie glücklich. „Pauley ging es all die Jahre gut, das ist die Hauptsache. Ich bin einfach nur glücklich, dass ich sie wiederhabe.“

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