Hier erfahrt ihr wie Brigitta ein zweites Leben geschenkt bekommen hat und wieviel Liebe sie auch weitergeben kann.

Ich (Angie Heuer) habe Brigitta - die übrigens damals schon so hieß - bei einer Veranstaltung auf Facebook entdeckt.

Unser Ricky, ein kleiner Fiv positiver Kater, war an jenem Abend verstorben und hat somit sein Plätzchen bei uns an Brigitta weitergegeben.

Als ich ihr Gesicht sah und las, dass sie angeschossen wurde und seit 6 Monaten bei einem Tierarzt in Bulgarien im Käfig saß, habe ich spontan hingeschrieben und angeboten, sie zu uns zu nehmen. Schon eine Woche später saß Brigitta im Auto und fuhr 30 Stunden lang von Bulgarien nach Deutschland. in Bremen konnten wir die kleine Maus dann morgens um halb 7 in Empfang nehmen.

Zuhause angekommen,entdeckten wir als wir sie säubern wollten, dass ihr Unterleib eine einzige Wunde war. Ein furchtbarer Dekubitus - hervorgerufen durch monatelanges Sitzen mit Windel im Käfig und vermutlich ungenügender Pflege. Wir sind sofort zum Tierazt gefahren. Das nekrotische Gewebe konnte nicht komplett abgetragen werden, da die Wunde einfach zu groß war. Das Brigitta nicht in Bulgarien an einer Sepsis gestorben ist, grenzt an ein Wunder.

Seitdem behandeln wir die Wunde täglich mehrmals, jeden 2. Tag wird sie in Rivanol gebadet - daher die Gelbfärbung der Hinterbeinchen.

Durch ihre Verletzung - das Geschoß im Wirbelsäulenkanal - hatte sie zumindest keine Schmerzen, ist allerdings auch querschnittsgelähmt. Das heißt, sie kann die Hinterbeine nicht gebrauchen und hat auch keine Kontrolle über Blase und Darm.

Da mir mein logischer Menschenverstand sagte, dass das Geschoß entfernt werden muß, damit Brigitta womöglich überhaupt jemals wieder eine Chance darauf hat, ihre Beinchen vielleicht wieder bewegen zu können, war ich fest entschlossen sie operieren zu lassen.

Außerdem besteht das Diabolo-Geschoß aus Blei. Kurz gegoogelt und jedem Menschen ist klar, wie schädlich dieses für jeden Organismus ist.

Da das Geschoß die Nerven durchtrennt hat, bestand für diese auch keine Möglichkeit mehr, sich jemals wieder zu regenerieren. Außerdem bestand die Gefahr, dass das Geschoß im Körper wandert.

In der ersten Klinik wurde mir dringendst angeraten Brigitta sofort erlösen zu lassen und eine OP abgelehnt! Leider erfolgte nur der Blick auf die Röntgenbilder. Die ansonsten gute Verfassung der Kleinen interessierte keinen Menschen. Erschütternd - aber es überraschte mich nicht.

Da ich seit Jahren immer wieder mit kranken Katzen zu tun habe, ist mir die Einstellung der meisten Tierärzte nicht fremd.

Eine Redakteurin der Bild-Zeitung setzte sich mit mir in Verbindung (über Facebook) und schlug vor, einen Artikel über Brigitta zu schreiben und zeitgleich zu versuchen, eine OP-Möglichkeit zu finden. In Brigittas Interesse nahm ich dieses Angebot natürlich an.

In der KleintierKlinik Hannover fand man sich bereit, die OP durchzuführen. Nach eingehender Untersuchung, CT und Gespräch haben wir beschlossen, die OP am 02.05.2013 stattfinden zu lassen. Laut operierenden Arzt bestand außer dem "normalen" Narkoserisiko keine weitere Gefahr für unsere Süße. Schlimmer als es war, konnte es nicht mehr werden! Am Donnerstag wurde sie operiert - am Freitag durfte ich sie glücklicherweise schon wieder abholen!

Brigitta war nach der OP genauso gut drauf wie vorher und seit sie wieder Zuhause angekommen ist, hat sie die Pflege von zwei mutterlosen (gerade ein paar Stunden alten) Katzenwelpen übernommen! Es ist so rührend und unglaublich anzusehen, wie sich diese tolle Katze (kurz nach der OP), gerade mal ein Jahr alt, liebevoll um die beiden Waisenkinder kümmert. Die Beiden "leben" inzwischen in Brigittas Kuschelhöhle, in die sie sie "entführt" hat und fühlen sich "wie bei Muttern". Wenn sie eine Chance auf Leben haben, dann nur mit ihr!

Ob Brigitta je wieder laufen kann, steht in den Sternen. Letztlich ist es aber auch egal - sie ist glücklich, so wie sie ist!

Die Gefahren aber, die durch das Geschoss gegeben waren, sind beseitigt und auch die Nerven haben nun wieder die Möglichkeit sich zu regenerieren.

Autor: Angie Heuer

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