Sind sie Katzenhalter? Kennen sie dies hier: Sie haben ein neues Katzenfutter mitgebracht. Zur Futterzeit riecht ihre Katze einmal am Napf, verzieht die Nase, stolziert demonstrativ davon und straft sie mit mindestens drei Tagen demonstrativer Nichtachtung.

Das mag ein besonders krasses Beispiel sein, aber Tiertherapeuten treffen beinahe täglich auf solche oder ähnliche Charakterköpfe. Hunde können das zweifellos auch, aber Katzen, haben diese Art ihre Menschen zu manipulieren wahrlich zur Perfektion gebracht. Die Katze bestimmt, was auf den Tisch kommt. Ihr ist aber egal was gesund ist, sie urteilt nur nach dem Geschmack. Und meist bekommt sie ihren Willen.

Psychokrieg an der Futterfront.

Und die Menschen sind ein Teil der Ursache. Die Motive dafür, der Katze ihren Willen zu lassen, sind immer etwas unterschiedlich aber das Ergebnis bleibt gleich: Sobald die Katze krank ist und eine Ernährungsumstellung oder eine Diät lebenswichtig ist, gibt es meist unendlich viel Probleme. Die Katze verweigert konsequent jede Änderung ihrer Ernährungsgewohnheiten.
Ja manche Stubentiger liefern sich geradezu einen wochenlangen Psychokrieg mit ihren Besitzern.

Frisch ernährte Tiere sind seltener beim Tierarzt.

Meine Erfahrung ist leider, dass Tiere, die Industriefutter erhalten, besonders extrem auf bestimmte Marken fixiert sind. Die eine mag nur Trockenfutter, die andere möchte viel Gelee, die dritte mag es in Würfelform geschnitten. Änderung unerwünscht.

95% der Tiere, die mir mit Ernährungsbedingten Krankheiten, Allergien oder Stoffwechselstörungen vorgestellt werden, haben ihr Leben lang industrielles Futter und speziell Trockenfutter, erhalten.
Hunde und Katzen, die frische Lebensmittel bekommen, landen so gut wie nie in der Ernährungstherapie.

Therapiebeginn verzögert sich

Eine hartnäckige Futterverweigerung wird besonders gefährlich, wenn sich durch sie der Therapiebeginn verzögert.

Unter Umständen entsteht durch die Auseinandersetzung über die Futterfrage zwischen dem Tier und seinem Besitzer erheblicher emotionaler Stress. Dieser kann manche Krankheiten, wie beispielsweise einen bestehenden Diabetes, noch verschlimmern.

Darüber hinaus, verlieren die Tiere durch die anfängliche Weigerung das gesunde, aber nicht künstlich geschmacksoptimierte, Futter anzunehmen, Gewicht und damit wichtige Energiereserven, die sie für die Genesung dringend benötigen würden.

Millionen werden verdient

Gleichzeitig verdienen die industriellen Großhersteller von Futtermitteln an der Hartnäckigkeit der Tiere Millionen.

Es wäre viel angenehmer und stressfreier für alle Beteiligten, dieses Problem gar nicht erst entstehen zu lassen.

Futterverweigerung bei gesunden Tieren, ist eine Luxuserscheinung

Die Fixierung auf bestimmte, industrielle Futtermarken, tritt nur bei Haustieren, besonders Katzen, auf und sie ist ihnen von den Besitzern anerzogen.

Wenn die Katze konsequent jedes neue Futter verweigert, hat der Halter meist unbeabsichtigt und im besten Gewissen, der Katze die Gelegenheit geboten dieses Verhalten zu entwickeln.

Katzen sind extrem konservative Wesen. Misstrauisch verweigern sie sich jeder Veränderung in ihrem Leben. Aus Sorge um die Katze, geben die Besitzer in der Futterfrage meist viel zu bald nach.

 

In der Natur gibt es das Problem nicht

Jeder Tierfreund weis: Keine freilebende Katze würde eine mit viel Mühe, Geduld und Energieaufwand gefangene braune Maus laufenlassen, weil sie heute nur weiße Mäuse fressen möchte.

In Tierheimen gibt es dieses Problem nicht.

Als ehemalige leitende Mitarbeiterin eines Tierheimes, weiß ich aus eigener  Erfahrung, dass Tierheime weder das Personal noch die finanziellen Mittel haben, einer wählerischen Katze ‚ihr‘ spezielles Futter zu besorgen. Bei Fundtieren ist die bevorzugte ‘Hausmarke‘ sowieso unbekannt.

Mit etwas Glück, hat die Katze im Tierheim die Wahl zwischen je einer Marke Feucht– oder Trockenfutter. Das war‘s.

Kein Nachschauen alle zwei Minuten, kein 'Nun friss doch', 'Das ist doch aber lecker'. Und vor allem kein Anbieten einer anderen Marke. 
     

Und sie fressen ALLE!

Noch kein Tier, ist vor einem gefüllten Futternapf verhungert.

Selbst der verwöhnteste Wohnungstiger,  vergisst seine Starallüren, wenn der Magen knurrt.

Warum sollten Tierhalter sich in der Futterfrage durchsetzen?

Was ist gut daran, wenn ein Tier frisst, was man ihm hinstellt?

Ganz einfach. Es lebt gesünder, weil der Besitzer die Entscheidungsmöglichkeit zurückbekommt. Es sollte der die Entscheidungen treffen, der den Verstand dafür hat. Die Katze kann leider nicht die Deklaration auf der Verpackung lesen und verstehen. Sie entscheidet nach ihren Instinkten und das öffnet den großen Futtermittelherstellern eine phantastische Möglichkeit viel, richtig viel, Geld zu verdienen.

Tiere sind über den Geschmack manipulierbar.

Die milliardenschwere Futtermittelindustrie betreibt riesige Entwicklungsabteilungen, in denen sich hochbezahlte Spezialisten intensiv mit dem befassen, was von Mieze und Wuff am ehesten gegessen wird.

Dieses Wissen wird benutzt, um jede noch so fragwürdige Futterqualität an den Vierbeiner zu bringen. Hauptsache es wird gefressen und irgendwie verdaut.

Die Tierhalter dagegen, beurteilen ein Produkt in erster Linie daran, ob es gefressen wird.

Damit überlassen sie die Entscheidung der Katze und drücken sich um die Verantwortung herum. Ob das Gemisch auch gesund für die Tiere ist, kann kaum ein Tierhalter mehr in allen Einzelheiten beurteilen, weil er nicht mehr erkennen kann, was tatsächlich darin verarbeitet wurde. Oder...

Wissen Sie, was ein Hydrolysat oder was Lignin ist?

Aber Tierfreunde, die sich mal die Mühe gemacht haben, sich nur 2-3 Stunden mit dem zu befassen, was in Industriefutter so drin ist, wechselten meist sehr schnell zu Frischfütterung. Sie wollen in Zukunft sicher sein, ihrer Fellnase gesunde Lebensmittel zu geben.

Erzieht man eine Katze mit liebevoller Konsequenz dazu, gerne zu nehmen, was man ihr gibt, lebt sie gesünder. Sie ernährt sich abwechslungsreicher und mit mehr natürlichen Inhaltsstoffen und entwickelt einen feinen Sinn für den natürlichen Geschmack von Lebensmitteln.

Entscheidet der Mensch was die Katze frisst, hat sie eine realistische Chance gesund und artgerecht ernährt zu werden.

Solange die Katze entscheidet  was in ihren Napf kommt, hat die Futtermittelindustrie freie Hand, alles zu verkaufen was dem Unternehmensgewinn dient.

Die Gesundheit der Tiere steht da nach meiner Erfahrung oft nicht in der ersten Reihe. Auf industrieller Ebene, wird ein größerer Aufwand betrieben den Geschmack zwecks Verkaufserfolg künstlich zu optimieren, als dafür, ein gesundes Futtermittel zu liefern.

Die Futtermittelindustrie, beeinflusst über den Geschmack das Fressverhalten der Tiere und damit das Kaufverhalten der Tierhalter, zu ihren eigenen Gunsten.

Dabei spielen der Unternehmensgewinn und die Dividende der Aktionäre vermutlich eine weit größere Rolle, als Gesundheit und langes Leben von Hund und Katze.

Die Dividende ist wichtig

Und die Tierhalter spielen bereitwillig mit. Regelmäßig höre ich den Begriff von „Montags-Hund“. Man hat eben ein anfälliges Tier erwischt.

"Überzüchtet, das steckt in der Rasse drin, andere Hunde haben das auch." 

Ich möchte es mal ganz direkt formulieren:

Für die Erkenntnis, dass Frischfütterung die bessere Lösung ist, benötigt der durchschnittliche Tierhalter 2-3 kranke oder vorzeitig verstorbene Tiere.

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Liebe Tierfreunde, bitte entdecken sie die Führungsqualitäten die in ihnen stecken. Übernehmen sie wieder selbst das Steuer an der Futterfront. Ihre Lieblinge werden es ihnen mit einem langen, gesunden, gemeinsamen Leben danken.

Fleisch und frische Lebensmittel sind besser als Industriefutter. Egal ob trocken oder feucht.

Sie wollen das Beste für ihre Vierbeiner.
Die Industrie, will das Beste für den eigenen Quartalsgewinn.

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Ein Kommentar von
Christine Futter, 59755 Arnsberg
Zootierpflegerin & Humanheilpraktikerin
www.Die-Tierpflegerin.de
info@Die-Tierpflegerin.de

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