Das Beste kommt zum Schluss

Eine Welt bricht für ihn zusammen, als der Brite Symon Spencer aus dem englischen Farnborough im Februar dieses Jahres erfährt, dass seine treue Begleiterin, Rottweiler-Hündin Coco sterben wird. Die Diagnose nach Auswertung der Röntgenaufnahmen: Knochenkrebs. Nur noch wenige Wochen bis Monate, so die Tierärzte, bleiben der Fellnase. Doch statt in tiefer Trauer zu versinken, entscheidet sich Spencer dazu, seiner geliebten Hündin eine unvergessliche letzte Zeit zu bereiten.

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Theresa Clancy erstellt der 40-Jährige eine sogenannte Bucket List, eine Aufzählung von 30 Abenteuern, die er gemeinsam mit seinem acht Jahre alten Vierbeiner noch erleben will – darunter Fotos im Polizeihubschrauber, mit einem berühmten Vierbeiner, Sushi und ein Steak im Restaurant essen, einen Big Mac im Drive In von McDonalds bestellen und im Feuerwehrauto mitfahren. Die Erlebnisse dokumentiert Spencer mit unzähligen Bildern auf einer eigens für Coco erstellten Facebook-Seite und sorgt so dafür, dass die Hündin in ihren letzten Tagen noch zu einem wahren Internetstar wird – in England und über die Grenzen hinaus. Immer mehr Menschen wollen die unvergesslichen Abenteuer der Fellnase miterleben… Ob die gemeinsame Fahrt mit Herrchen im Cabrio…



Das leckere Eis, das Mensch und Tier sich am Meer teilen…



Den letzten Spaziergang, die letzten Stunden am Strand…



Cocos Umschulung zur Feuerwehr-Hündin…



Ihren Einsatz als Lokführerin…



Den unvergesslichen und spannenden Ausflug zur Polizei…



Die Schwimmstunde von Mensch und Fellnase im Pool…



Und natürlich die zahlreichen Schlemmereien, die Coco verspeisen darf…



Nach und nach haken Spencer und Coco die Punkte auf der Liste ab, sogar ein Date mit Hunde-Star Sage, ein brauner Labrador, der bereits Spendengelder in Höhe von über 30.000 Pfund für gemeinnützige Organisationen gesammelt hat, wird organisiert. Als letztes steht Sushi auf der Bucket List und dem Speiseplan. Eine Woche später, am 5. Mai, stirbt die Rottweiler-Hündin. „Sie hatte zuletzt große Schmerzen und benötigte viele Schmerzmittel. Bei ihrem letzten Atemzug küsste und umarmte ich sie“, berichtet Spencer gegenüber der britischen Zeitung „Mirror“. Trotz der vielen schönen Momente in der verbliebenen Zeit fällt dem Hundehalter der Abschied schwer. „Ich fühle mich jetzt absolut leer“, sagt er.

Doch so traurig das Herrchen nach dem Tod von Coco, die er im Alter von nur wenigen Wochen bei sich aufnahm, auch ist, die Erinnerung an die gemeinsam erlebten Abenteuer kann ihm niemand mehr nehmen. „Ich bin wirklich froh, dass wir die ganze Liste noch geschafft haben. Sie war eine großartige Hündin und ich war bis zuletzt bei ihr. Ich war das letzte, was sie sah.“ Heute steht ein Foto von Coco im Wohnzimmer – eingebettet in einem Rahmen mit ihrer Asche. Und zahlreiche Bilder einer großen Mensch-Hund-Freundschaft in den Weiten des Internets. Ein rührender Abschied.