Schwerer Schicksalsschlag für die Denia-Dogs e.V. in Spanien an der Costa Blanca. Wie soll es weitergehen? Was passiert mit den Hunden? Wie durch eine glückliche Fügung konnten die Tiere und Menschen vor den Flammen gerettet werden! Doch nichts ist mehr so wie vor dem Unglück.....

Am 14.05.15 hat in Spanien, rund um die Stadt Pego ein verheerendes Feuer gewütet. Durch das Verbrennen von Gartenabfällen gab es einen Wald/Bergbrand, der eine ganze Region zur Aschewüste gemacht hat – unsere kleine Auffangstation mitten drin.

Am Vormittag hatten unsere Frau vor Ort (Herma John) und unsere zufällig anwesende Natascha Zabel bei der Arbeit in der Ferne über den Bergen Qualm gesichtet und die Feuerwehr informiert. Diese sagte, das Feuer sei unter Kontrolle. War es aber nicht!

Schnell kamen Flammen immer näher und keine Feuerwehr in Sicht. Die beiden reagierten zum Glück sehr schnell und holten Hilfe. In einer mehrstündigen Rettungsaktion konnten ca. 50 Hunde, darunter Hermas eigene, 15 Hunde die am nächsten Tagen reisen sollten und einige Welpen in Transportboxen verladen und in mehreren Fuhren in Pkws die engen Straßen den Berg runter in Sicherheit gebracht werden.

Immer im Nacken, die Flammen, die sich durch die trockenen Bäume schnell ausbreiten und immer dichter kommen konnten. Die Situation war unerträglich, nervenaufreibend und heiß. Zum Glück konnten alle Hunde und Menschen rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Für Hermas persönliche Sachen war keine Zeit mehr. Alle mussten den Berg verlassen bzw die Polizei hatte die Zufahrtsstrassen gesperrt.

Wir in Deutschland konnten nur fassungslos hoffen und bangen.

Vom Tal aus wurden viele Bilder und Videos von der aktuellen Situation durch die Medien verbreitet. Die komplette Region versank in einer Qualm und Aschewolke. Die ganze Nacht hindurch sah man die Bergkette in Flammen liegen. Wir haben unserer Auffangstation keine guten Chancen ausrechnet. Herma und die Hunde – alle obdachlos.

Doch es musste weitergehen. Herma und ihre Helfer haben die Hunde in Pensionen aufgeteilt, einige konnten in privaten Pflegestellen untergebracht werden, einige verblieben bei Herma, die vorübergehend im Haus einer Freundin Unterschlupf finden konnte. Der Berg stand immer noch in Flammen. Für den nächsten Tag war ein Transport für 12 unserer Hunde und zusätzlich noch ein Flug mit weiteren 7 Hunden geplant. Fast alle dieser Hunde hatte Herma aus organisatorischen Gründen 1-2 Tage vorher zu sich geholt. Stress pur!

Am Morgen waren immer noch alle Straßen zum Berg hinauf gesperrt, der Großteil des Feuers konnte auf ein kleines Gebiet eingegrenzt werden, doch wir mussten immer noch hoffen, ob es unsere Auffangstation noch gibt oder ob alles bereits zerstört ist.

Zum Abend konnte Herma uns dann erlösen. Der ganze Berg ist schwarz. Alles kahl, doch Hermas Häuschen ist unversehrt geblieben. Sie hat mindestens ein Dutzend Schutzengel gehabt, die ihre Hände schützend über sie und die Hunde gelegt haben. Ein Glück, dass sie und Natascha zuhause waren und nicht gerade beim Tierarzt oder am Flughafen.

Schicksal, dass nicht alle Hunde verbrannt oder in der sauerstoffarmen Luft erstickt sind. Fügung, dass die Flammen nicht Nachts unbemerkt alles überrollt haben. 

Das Haus und die Zäune stehen noch. Die Feuerwehr hat gute Arbeit geleistet und eine kleine Zone rund um das Haus ist grün geblieben. Der Rest ist kahl. Wie soll es nun weitergehen? Die Auffangstation ist einsam auf einem Bergplateau gelegen, 15 Autominuten vom nächsten Dorf im Tal entfernt. Bis gestern wuchsen dort oben Orangen- und Olivenbäume, Palmen und eine Menge Gräser und Kräuter bedeckten den felsigen Boden, spendeten Schatten, speicherten Feuchtigkeit und hielten die Hitze davon ab, sich in den Boden zu setzen. Nun ist alles für viele Jahre kahl, schwarz und mit Asche bedeckt. Staub und Gestank liegt in der Luft. Keine Umgebung in der Menschen und Hunde eigentlich leben sollten.

Am Montag, wenn die restlichen Schwelbrände gelöscht und die Luft wieder frischer ist, ziehen sie und ein kleiner Teil der Hunde (unsere nicht vermittelbaren und ihre eigenen Vierbeiner) wieder in ihr Häuschen, die Angst vor einem erneuten Brand immer im Nacken.

Dann muss sie mit den Aufräumarbeiten beginnen, das Chaos beseitigen, welches die überstürzte Rettungsaktion hinterlassen hat und die Spuren des verheerenden Feuers versuchen zu beseitigen. Die meisten Hunde müssen in den Pensionen bleiben. 

Wir wissen nicht, wie es nun weitergeht. Dort bleiben und Mensch und Hunde wieder einer solchen Gefahr aussetzen? Oder wieder von vorne beginnen, wieder Zäune bauen, Strom und Wasser beschaffen, ein Häuschen bauen? Momentan können wir nur von heute auf morgen planen. Wir müssen sehen, was die Zeit uns bringt.

Wir haben schon so viele Spendenaktionen ins Leben gerufen. Meist für unsere Partnertierheime. Für das Tierheim in Cieza zum Beispiel, als es kurz vor der Schließung stand und 100 Hunde schnellstens in Pflegestellen umgesiedelt werden müssten oder Futterspendensammlung für das Tierheim Oliva und den Bau der neuen Zäune. Unsere Sammelaktion für unsere Operations-Notfälle. So viel konnten wir mit eurer Hilfe schon erreichen und so oft war es immer kurz vor 12.

Nun, liebe Tierfreunde, ist es bereits 10 nach 12.

Einmal mehr werden wir es ohne eure Hilfe nicht schaffen all' diese Hunde über Wochen kostenpflichtig und teuer in Pensionen sitzen zu haben. Es haben sich bereits wahnsinnig viele Menschen angeboten einen unserer Schützlinge aufzunehmen, trotzdem wird das leider nicht reichen. Wir suchen daher ganz dringend nach Pflegestellen. Ebenso werden wir es finanziell nicht hinbekommen die Hunde in kürzester Zeit reisefertig zu machen und natürlich auch ausreisen zu lassen. Das ist neben dem enormen organisatorischen Aufwand auch ein wahnsinnig kostspieliges Unterfangen. Wir kommen nicht umher nun einmal mehr um Hilfe zu bitten. Diesmal nicht für unsere Tierheime, diesmal für Denia Dogs und all unsere Welpen, Senioren und kranken Hunden. Für unsere nicht vermittelbaren Hunde und für eine sich aufopfernde Herma, die gerade im übertragenen Sinne alles verloren hat und im Moment kaum die Kraft und den Mut hat, überhaupt noch weiter zu machen.

Es sind insgesamt 52 Hunde, die dringend ein Plätzchen suchen und ein paar Hunde die noch nicht im Netz sind. Nicht alle dieser Hunde waren in unserer Auffangstation. Einige sind schon in Pensionen untergebracht gewesen. Für diese Hunde zahlen wir natürlich auch weiterhin und suchen deshalb auch Pflegestellen und liebe Menschen, die uns auch finanziell, gerne auch mit Patenschaften unterstützen können.

Wenn ihr einen unserer Hunde in Pflege nehmen möchtet, dann meldet euch bitte unter pflegestelle@denia-dogs.de. Natürlich freuen uns auch über jede Sach-und Geldspend!

Verfasser:

Kerstin Meyer
2. Vorsitzende
Denia-Dogs e.V

www.denia-dogs.de

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