Uneinsichtiger Hundehalter rastet aus - Polizei erstattet Anzeige wegen Verstoß gegen Tierschutzgesetz! Bitte LESEN & TEILEN - als Warnung für alle Hundehalter! Wie verhalte ich mich in solchen Situationen? Scheibe einschlagen? Polizei verständigen? Tipps und rechtliche Situation!

Am vergangenen Freitagnachmittag teilte ein Bürger der Polizei mit, dass sich auf einem Parkplatz "Auf der Gänsmatt" in Schopfheim schon seit längerem ein eingeschlossener Hund in einem Pkw befindet, der in der prallen Sonne stehen würde.

Vor Ort verhielt sich der Hundebesitzer den Ordnungshütern gegenüber sofort aggressiv und uneinsichtig. Er schrie herum, dass er mit seinem Auto machen könne was er will und den Hund schließlich nicht mit ins Geschäft mitnehmen könne.

Die Beamten wiesen den Mann auf seine Pflichten und das Wohl seines Hundes hin. Da eine Einsicht nicht erreicht werden konnte, wird der 60-jährige Mann wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz angezeigt und eine Meldung an die Führerscheinstelle vorgelegt.

Doch wie verhalte ich mich in solchen Situationen bzw. was sollte ich tun wenn der Hundehalter nicht zu ermitteln ist? Was darf ich tun? Woran erkenne ich die Notsituation des Hundes?

Die Meinungen fast aller Hundefreunde ist klar: Man würde die Scheibe einschlagen und den Hund retten. Eine Anzeige würde man in Kauf nehmen.

Hier einige Kommentare von unserer Facebookseite:

"Und wenn der Hund keine "Zeit" mehr hat, bis die Polizei oder Feuerwehr vor Ort ist? Da pfeif ich doch auf Anzeige hin oder her! Seitenscheibe...ist nur totes Material...kostet einen Pfiffkas...aber ein Lebewesen wäre tot!"

"Das ist ja richtig, jeder hätte dem Tier so geholfen, wenn es notwendig wäre. Trotzdem bleibt es eine Sachbeschädigung, also eine Straftat für die man sich dann verantworten muss."

"Ich habe selbst einen Hund. Wenn ich sehen sollte, dass es einem Hund oder einem anderen Tier schlecht geht in einem überhitzten Auto, werde ich nicht zögern die Seitenscheibe einzuschlagen.....und wenn ich eine Anzeige bekomme. Ich würde mir jedoch Zeugen holen und die Polizei im Vorfeld telefonisch darüber informieren. Falls noch Zeit wäre, vielleicht ein paar Fotos machen."

Fakt ist - es ist nicht immer eine Straftat!

Wir haben hierzu Ann-Kathrin Fries, Rechtsanwältin und Expertin für „Tierrecht“ befragt.

„Leider sterben jedes Jahr immer wieder Hunde in überhitzen Autos, z.B. auf Parkplätzen vor Supermärkten, Messen, Hundeaustellungen etc. Wer einen Hund aus seiner Notlage befreit indem er eine Scheibe einschlägt, zerstört vorsätzlich fremdes Eigentum. Dies fällt –eigentlich- unter die Sachbeschädigung gemäß § 303 StGB, die mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft werden kann.

Entscheidend ist aber, dass es sich nur dann tatsächlich auch um eine Straftat handelt, wenn die Sachbeschädigung „rechtswidrig“ war, so der § 303 StGB. Sprich, eine rechtmäßige Sachbeschädigung ist nicht strafbar. Die lebensbedrohliche Notlage des Hundes kann daher die vorsätzliche Sachbeschädigung im Einzelfall rechtfertigen bzw. entschuldigen. Zur Sicherheit sollten Sie jedoch immer zunächst die Polizei verständigen und z.B. den Fahrer ausrufen lassen, wenn möglich, bevor Sie eine Scheibe einschlagen. Bitten Sie auch möglichst viele Zeugen hinzu und notieren sich deren Namen und Kontaktdaten.“

Wann ist eine solche Notsituation gegeben? Woran erkennt man eine lebensbedrohliche Situation des Hundes?

Wir haben hierzu Dr. Ralph Peter von Stumberg (Tierarzt aus Köln) befragt:

Selbst bei leicht geöffneten Fensterscheiben werden im Auto in der Sonne schnell Temperatur en von über 40 Grad erreicht. Der Hund hechelt stark und extrem schnell , speichelt sehr stark. Dieser kann zum Teil nicht mehr abgeschluckt werden, sodass der Hund oft nass vom Speichel ist. Die Hunde taumeln und haben Schwierigkeiten zu stehen. Sehr häufig erbrechen sie. Schließlich kommt es zu Bewusstseinsstörunen und - trübungen. Dann folgen Krämpfe und der Tod ist nicht weit wenn nicht sofort Hilfe kommt!

Unser Fazit: Jeder Hundefreund sollte handeln, wenn er einen Vierbeiner in einer solchen Notsituation sieht. Hierzu sind wir von unserem Gewissen her verpflichtet!

Die schönste Begründung lieferte Michael Hammons, der in Georgia keine Sekunde zögerte und die Autoscheibe einschlug: "Glas wird täglich neues produziert, einen Hund kann man jedoch nicht ersetzen!"

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