Wichtige Tipps für alle Hundehalter und Tierfreunde - so wird der Silvestertag auch für Euren Vierbeiner schön!

Die Korken knallen, spektakuläre Feuerwerke erleuchten um Mitternacht den dunklen Himmel,  Wunderkerzen brennen. Alle Jahre wieder vertreiben Feierwütige an Silvester traditionell die bösen Geister und begrüßen das neue Jahr mit bunten Raketen, lauten Böllern und dem ein oder anderen Gläschen Sekt – sehr zum Leidwesen des Menschen besten Freundes.

Denn die wenigsten Hunde lieben Silvester. Während einige bei den Turbulenzen draußen zwar lediglich etwas beunruhigt sind, durchleben andere regelrechte Höllenqualen.

Dabei lässt sich das Leiden der Angsttiere mit Tricks leicht lindern. Tipps, die sowohl vorbeugend und bei jungen, unvorbelasteten Hunden zur frühzeitigen Vorbereitung und Desensibilisierung Anwendung finden können, um einem Traumata erst gar keine Chance zu geben, als auch im unmittelbaren Angstfall, ob an Silvester, bei Feuerwerken anderer Art oder auch nur bei einem Gewitter.

Im Idealfall werden Vierbeiner bereits im Welpenalter an ungewöhnliche oder laute Geräusche gewöhnt. Dies liegt im Verantwortungs- und Aufgabenbereich des Züchters, der prinzipiell möglichst mit Tieren züchten sollte, die nicht allgemein ängstlich sind. Ab der dritten Woche sollten die kleinen Wollknäuel erstmals Knallgeräusche mit steigender Lautstärke erleben, sodass sowohl sie als auch das Muttertier entspannt und ruhig bleiben. Später, auch bei erwachsenen und bereits verängstigten Fellnasen  kann das Training systematisch mit speziellen Geräusch-CDs oder auch lauten Western Filmen im Fernsehen fortgesetzt werden, um ihnen Schritt für Schritt zu mehr Gelassenheit zu verhelfen.  Trotz der Gewöhnung ist der Erfolg dieser Methode jedoch begrenzt, da die Frequenzen eines realen Feuerwerks abweichen. Sowohl für die Tage vor Silvester als auch am 31. Dezember selbst gilt es entsprechend, besonders auf den tierischen Partner zu achten, auch wenn er schussfest ist und bislang keine Angst bei der Knallerei gezeigt hat. Denn geht ein Knaller in unmittelbarer Nähe los, können auch furchtlose Hunde plötzlich erschrecken und in Panik fliehen.

Wichtig daher ist es, den Vierbeiner in diesen Tagen nicht von der Leine zu lassen, ihn gegebenenfalls sogar doppelt mit Halsband und Brustgeschirr abzusichern.

Gleichzeitig sollten Zeiten und Strecken gewählt werden, die weitgehend knallfrei sind. Bei einem ängstlichen Hund empfehlen sich zudem kurze Wege in der Nähe des Hauses, um ihm ein sichereres Gefühl zu vermitteln. Außerdem empfiehlt es sich, Spaziergänge im Stammrevier zu vermeiden, um bei einer Knallerei schlechte Erinnerungen und Verknüpfungen zu dem Ort vorzubeugen. Keinesfalls darf ein Angsthund rund um Silvester zu längeren Spaziergängen gezwungen werden.

Zum Jahreswechsel selbst sollte der Vierbeiner am besten mit seiner Vertrauensperson und niemals alleine im Haus bleiben.

Durch das Schließen von Fenstern, Türen und Vorhängen kann er von dem Spektakel draußen, von Geräuschen und Lichteffekten bedingt abgeschirmt werden. Ruhige Musik, das Radio oder auch der Fernseher können zudem den Lärm ein wenig übertönen.  Reagiert die Fellnase dennoch ängstlich, zittert, zieht den Schwanz ein und sucht Nähe, so es ist wichtig, ihm Schutz und Zuwendung zu gewähren – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Hundehalter selbst gelassen bleibt, um seinen Vierbeiner in seiner Angst nicht zu bestätigen und sie zu verstärken. Manchen Tieren kann es ferner helfen, sich in eine Box, in den Keller, einen dunklen Raum, unter das Bett oder – möglicherweise gemeinsam mit seinem Menschen – unter eine Decke zurückzuziehen und sich zu verstecken.

Für Ablenkung können derweil das Lieblingsspielzeug,  Sammel- und Suchspiele, ein gefüllter Futterball oder ein Kauknochen, bei dem zusätzlich Stress abgebaut wird, sorgen.

Je lauter es draußen knallt, zischt und pfeift, desto mehr Leckerchen dürfen prinzipiell drinnen regnen. Auf diese Weise stellt der Vierbeiner möglicherweise gar eine positive Verknüpfung zum Lärm her. Darauf sollte bereits beim Spaziergehen rund um den letzten Tag des Jahres geachtet werden: Sobald ein Knallkörper losgeht oder eine Rakete in den Himmel schießt, stehen ein ausgelassener Freudentanz und jede Menge Leckerchen an. Erfolgt die Reaktion blitzschnell, hat der Hund womöglich erst gar keine Gelegenheit, sich zu ängstigen.

Nützen alle Ablenkungsmanöver und Versteckmöglichkeiten nichts, sollte professionelle Hilfe in Erwägung gezogen werden. Ob ein homöopathisches Arzneimittel, Bachblüten-Tropfen, andere Beruhigungsmittel – keinesfalls ein sedierendes – oder eine langfristige Verhaltenstherapie – Experten können an dieser Stelle weiterhelfen. Zu guter Letzt besteht stets die Möglichkeit, dem Spuk komplett zu entfliehen, sei es in den Urlaub oder um Mitternacht herum im Auto und mit laufendem Radio auf die Autobahn. Denn nüchtern bleiben, das sollten Hundebesitzer bestenfalls sowieso, um die Reaktion seines tierischen Partners richtig einschätzen zu können und ihn durch kleine, dem Alkohol geschuldeten Verhaltensänderungen nicht zusätzlich zu verunsichern. In diesem Sinne: einen entspannten Rutsch und einen tierischen Start ins neue Jahr.

Für alle, die den Vierbeinern aber auch Wildtieren etwas gutes tun wollen: verzichtet auf Böller und Raketen! Die Tiere werden es Euch danken!

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