Dieses Mal ist es ein Rottweiler, der in der Nacht zum 4. Mai 2015 in Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis durch einen Polizisten erschossen wurde. Vierbeiner Rambo habe nach einem Streit einer 46-jährigen Frau ins Bein gebissen und ebenso seinen Besitzer leicht verletzt, teilte die Polizei mit.

Der 23. September 2014 wird vielen Tierfreunden und Einwohnern des hessischen Rüsselsheims im Gedächtnis bleiben. Am frühen Morgen fällt in der Innenstadt plötzlich ein Schuss, gefolgt von dem markerschütternden Aufheulen eines Hundes.  Weitere Schüsse folgen, das Gejaule wird lauter, ein weiterer Vierbeiner schreit vor Schmerzen auf, bis es schließlich ganz ruhig wird. Auf dem Boden in der Fußgängerzone liegen die leblosen Körper der American-Staffordshire-Terrier Kimbo und Tays, nur wenige Meter von den Polizeibeamten entfernt, aus deren Waffen die tödlichen Schüsse abgefeuert wurden.

Der Vorfall löste deutschlandweit eine Welle der Empörung und einen Shitstorm in der Online-Welt aus, nachdem ein Video der letzten Minuten des Vorfalls im Internet aufgetaucht war, das die beiden Fellnasen, die nach einem Einbruchsversuch unbeaufsichtigt ihr Domizil hatten verlassen können, friedlich, möglicherweise gar spielend zeigt. Die Polizisten hätten die Fellnasen leichtsinnig und ohne jeglichen Versuch sie einzufangen, erschossen, lautete der Vorwurf. Über 100 Anzeigen gingen gegen die Polizisten ein, mehr als 80.000 Unterschriften wurden für eine Online-Petition „gegen schießwütige Polizeibeamte in Rüsselsheim“ gesammelt und zahlreiche Bürger fanden sich zu Demonstrationen in der Nähe des Polizeipräsidiums ein.

Erst als die Staatsanwaltschaft im Januar dieses Jahres das Verfahren wegen der erschossenen Kampfhunde einstellte, beruhigte sich die Lage. Nach Einschätzung der Justiz verstießen die Polizisten, die eigenen Angaben zufolge erst nach der Waffe griffen, nachdem die Hunde Passanten angegriffen und zwei Männer verletzt hatten, nicht gegen das Tierschutzgesetz, da die Lage nicht anders als durch die Tötung der Tiere zu beherrschen gewesen sei.

Doch die Ruhe währte nicht lange. Denn ein neuer Vorfall, der an den Tod der Terrier Kimbo und Tays erinnert, erhitzt wieder die Gemüter.

Dieses Mal ist es ein Rottweiler, der in der Nacht zum 4. Mai in Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis durch einen Polizisten erschossen wurde.

Vierbeiner Rambo habe nach einem Streit einer 46-jährigen Frau ins Bein gebissen und ebenso seinen Besitzer leicht verletzt, teilte die Polizei mit. Der Hund, der später auch die Beamten angegriffen haben soll, sei nicht angeleint und das Herrchen zu betrunken gewesen, um das Tier von der Frau loszureißen.

Ein Augenzeuge, der sich im Radiosender Gong (Würzburg) und zusätzlich schriftlich äußerte, tut diese Rechtfertigung zum Gebrauch der Schusswaffe allerdings als Lüge ab. „Der Hund wirkte weder aggressiv, noch knurrte er“, berichtete er. Zwar habe er die Frau mehrfach am Hosenbein gepackt, ließ jedoch zwischenzeitlich los. „Die Frau war dann aber wohl zu betrunken, um weiterzulaufen.“ Als der Rottweiler nach lauten Rufen der Polizisten schließlich vom Gehsteig in eine Hofeinfahrt flüchtete, hätten die Polizisten den Vierbeiner erschossen, so der Zeuge. „Die Herren in Blau hatten Schlagstöcke und Pfefferspray gezogen, keiner traute sich jedoch an den Hund näher ran.“

Grund genug, die Fellnase zu erschießen?

Tierfreunde sind sich einig und haben sich am 30. Mai 2015 für eine erneute, bereits dritte Mahnwache für Kimbo und Tays in Heilbronn zusammengefunden und ferner eine Petition ins Leben gerufen, die sich an das Europäische Parlament in Brüssel richtet: „Stoppt die sinnlose und unüberlegte Ermordung der Listenhund durch die Polizei.“

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