Schon im alten Ägypten war es üblich persönliche Gegenstände und Kostbarkeiten mit ins Grab und somit ins Jenseits zu nehmen. Für Manfred Baum ist das jedoch nicht wichtig – er möchte mit seinem Dackel Muck beerdigt werden.

Die Geschichte trug sich in Grefrath, einer Gemeinde nahe Düsseldorf zu: Manfred Baum verlor seinen geliebten Dackel Muck am 4. Oktober des letzten Jahres. Für 210 Euro ließ er die Fellnase in einer Einzelkremierung einäschern. Nachdem der 69-Jährige im letzten Sommer gelesen hatte, dass man sich in Essen mit seinem Hund als Grabbeigabe beerdigen lassen kann, stand sein Entschluss fest. „Maria, das wär doch was für uns“, hatte er zu seiner Frau gesagt.

Sofort stellte Herr Baum einen Antrag auf Änderung der Friedhofssatzung beim Stadtrat von Grefrath. Die Urne mit der Tierasche ist dann eine Grabbeigabe im Sinne des Friedhofs- und Bestattungsrechts in Nordrhein-Westfalen.  Bilder und Schmuck, die von Freunden und Verwandten mitgegeben werden, sind auf katholischen Friedhöfen bei Weitem keine Neuheit und waren unter bestimmten Vorrausetzungen schon immer erlaubt. Doch eine Urne mit der Asche des Haustiers als Grabbeigabe zählte bisher nicht dazu.

Den Antrag habe der Stadtrat jedoch nicht ganz ernst genommen, meint Herr Baum belustigt. Doch dann stimmten sowohl die Politik als auch das Bistum Aachen zu und erfüllten dem Tierliebhaber damit seinen großen Wunsch. Pfarrer Johannes Quadflieg von St. Benedikt gab daraufhin ganz offiziell bekannt, dass sich Menschen bei ihm in Grefrath-Mühlhausen mit der Asche von Hund oder Katze bestatten lassen können.  Der Pfarrer ist selbst ein Tierfreund, besitzt Hühner und Kaninchen: „So abwegig finde ich das nicht. Ich sehe Tiere als Teil der Schöpfung Gottes. Für ältere Menschen sind sie wichtige Bezugswesen.“

Für die Kirchen ist das Thema jedoch relativ neu und so gibt es derzeit keine einheitlichen Bestimmungen in Nordrhein-Westfalen. Das Erzbistum Köln hat in Abstimmung mit anderen Bistümern im Bundesland einen zusätzlichen Paragrafen für eine Muster-Friedhofssatzung mit Heimtieren als Grabbeigabe entwickelt. Im Bistum Paderborn hingegen soll die Bestattung mit Haustier eher die Ausnahme als die Regel sein.

In Grefrath jedoch ist für Herrn Baum alles gut verlaufen. Mensch und Tier werden auf einem separaten Friedhofsbereich beigesetzt. Zwar übernimmt die Tierurne der Friedhofsgärtner und auf dem Grabstein darf der kleine Muck auch nicht vermerkt werden – doch all das ist für Manfred Baum unwichtig: Er wird im Tod wieder mit seinem geliebten Muck vereint sein.

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