Jana Herzog hat einmal ihre ganz persönlichen Gedanken aufgeschrieben zu all den Meldungen, die man immer wieder hört und liest. Was ist eure Meinung? Wir freuen uns über eure Kommentare!

Menschen in unserem privaten Umfeld, die von freilaufenden "Kampfhunden" berichten, denen man bereits am Gesichtsausdruck ablesen konnte, dass sie nur unterwegs waren um ein Kleinkind zu reißen, Hunde die Fahrradfahrer verfolgen und von Autos angefahren werden, Hunde, die gerade eben noch da waren und im nächsten Augenblick verschwinden, Hunde, die "nur spielen wollten" oder "nur mal eben zur Bergüßung" an der Analregion des Artgleichen schnuppern wollten, etc. - Anzeigen, Verkehrsunfälle, Beißereien, verstörte Hunde, tote Wildtiere, Verletzungen, verängstigte Menschen oder Sachschäden gehören zu den Folgen.

Hundehalterin geht auf andere Hundehalterin los, zerkratzt ihr das Gesicht, zieht ihr an den Haaren, Giftköder, Giftköder und nochmals Giftköder. Ein Mann (ebenfalls Hundehalter) ersticht einen freilaufenden Hund, denn er habe sich nicht anders zu helfen gewusst.

Solche Meldungen sind, neuerdings an der Tagesordnung.
Neulich habe ich gelesen, dass eine Hündin in einem Wohngebiet mit einem Luftgewehr angeschossen wurde, wohlgemerkt in Begleitung der Halterin und eines Kleinkindes, welches ebenfalls hätte getroffen werden können.

Tierhasser, möglicherweise noch zusätzlich genervt durch liegen gelassenen Hundekot, Menschen die begründet oder unbegründet Angst haben, auf der einen Seite.

Auf der Anderen? Woher kommt der Hass unter Hundebesitzern?
Zum Thema Giftköder hat man die Möglichkeit vorbeugend zu agieren, indem man einen Anti-Giftköder-Kurs zu besucht, um die Wahrscheinlichkeit der Aufnahme des Gefahrenguts zu verringern.

Ich frage mich allerdings, wie lange es für mich noch mit gutem Gewissen vertretbar ist, unseren Kunden (wieder) Sicherheit zu vermitteln, sie zu ermutigen im Hundealltag (wieder!) die Führung zu übernehmen. Also auch, mit dem Hund aus dem Haus zu gehen.

Warum? Immer und überall heißt es "der Hund ist ein Lauftier, der muss frei laufen", "Hund an der Leine ist nicht artgerecht", Hunde müssen mit anderen Hunden rangeln, kämpfen, sich gegenseitig hetzen, auf den Rücken werfen...sonst sind sie nicht sozialisiert", "das ist ein Jagdhund der muss Spuren verfolgen", "der Trainer hat gesagt ich muss zig mal den Dummy werfen, sonst bekomme ich keine Bindung zu meinem Hund"...

Stellen wir Vor-Ort eine, oder mehrere dieser Ansichten in Frage,  sind weit aufgerissene Augen sehr häufig die Reaktion, manchmal aber auch Erleichterung seitens der Hundehalter, die spürten, dass der Hund vielleicht gar nicht alles selbst entscheiden will, und wir nicht auf Eigenentscheidungen und Freilauf beharren.

Jeder Hundetrainer, jeder Hundehalter weiß mehr, und weiß es vor allen Dingen besser.

Die Emotionen kochen über, Hundetrainer gegen Hundetrainer, Hundehalter gegen Hundehalter.

Jede Hund-Mensch-Konstellation muss individuell betrachtet werden. Was heute leider völlig außer Acht gerät, -obwohl die Möglichkeiten mit Hunden zu "arbeiten" nie vielfältiger waren als heute.

Der angeleinte, am Körper geführte Hund ist die Ausnahme, die Regel sieht recht erschreckend aus. Hunde leinenlos, weit entfernt vom Menschen, oft außer Sichtweite für diesen, oder gar abrufabar. Weder besondere Regeln zur Setz- und Brutzeit, noch oben genannte Vorkommnisse regen zu Änderungen an.

Nehmen Sie nicht alles hin, was man Ihnen erzählt. Es ist sehr schwer den richtigen Ansprechpartner zu finden, aber nicht unmöglich.

Jana Isabell Herzog, hunde-monster.de - Problemhundetherapie Südhessen

Quelle: Deutsche Hundewelten GbR

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