So schlimm es klingt, ist es auch: In Amerika werden Tiere in Tierheimen eingeschläfert. Aber auch die Alternative, die sogenannten "No-Kill-Tierheime" können nicht jedes Tier retten...

Amerika ist das Land der Möglichkeiten. Doch nicht jede dieser Möglichkeit ist positiv. Im Fall unzähliger Haustiere hat Amerika eine Antwort gefunden, die viele Menschen in Deutschland erschauern lässt: Das Einschläfern von Haustieren in amerikanischen Tierheimen. Jeden Tag sterben fast 8.000 Hunde und Katzen durch Spritzen oder Vergasung in Tierheimen in den USA.

Mit Luxushotels, Chauffeuren oder Modeboutiquen für Tiere scheint Amerika ein Land zu sein, das seine Haustiere über alle Maßen liebt.  Jeder dritte Haushalt der USA besitzt einen Hund. Doch der Schein trügt. Gerade mal 1 von 10 Haustieren bleibt ein Leben lang bei den gleichen Besitzern. Ständig werden Haustiere in Tierheimen abgegeben und das aus wirklich traurigen Gründen. Ein Urlaub steht an, das Tier ist zu anstrengend, zu alt oder die Besitzer haben einfach keine Lust mehr sich um es zu kümmern. Tiere sind austauschbar.

Doch dieses Verhalten der Konsumgesellschaft sorgt dafür, dass immer mehr Tiere in Tierheimen aufgenommen werden müssen und neben den schwierigen Verhältnissen in amerikanischen Tierheimen gibt es zusätzlich ein Platzproblem. Wohin mit all den Tieren? Die Lösung ist einfach aber herzzerreißend: Alte, kranke und schwer vermittelbare Tiere werden eingeschläfert, zum Teil auch die die kerngesund sind und eigentlich schnell einen neuen Besitzer finden würden, doch sie verbrauchen Platz. Jeden Abend, wenn die Besucher weg sind, wird es still in den Tierheimen. Die Informationszettel an den Zwingern der ausgesuchten Tiere werden gefaltet, die Leinen an die Zwinger gehangen. Ein jähes Ende für Tiere, die noch so viel hätten erleben können.

Das Einschläfern von Tieren ist in Amerika so normal, dass es die meisten schon gar nicht mehr interessiert. Sie sind das Beispiel eine Wegwerf-Gesellschaft, auch wenn es um Lebewesen mit Herz und Seele geht. So wären sicher viele verwundert, wenn man ihnen erzählen würde, dass es in Deutschland verboten ist Tiere einzuschläfern, auch wenn die Tierheime überfüllt, die Tiere krank oder schwer vermittelbar sind. Absolute Ausnahmen sind nur starke Schmerzen und Qualen, mit denen die Tiere nur noch leiden und akute Gefahr durch solche Tiere, die trotz Verhaltenstraining nicht vereinbar mit dem Zusammenleben mit Menschen sind.

Mittlerweile versuchen staatliche und private Rettungsorganisationen Gegenmaßnahmen zu den herkömmlichen, amerikanischen Tierheimen aufzubauen. „Leert die Heime!“ ist eine Aktion, bei der Haustiere kostenlos von Tierheimen vergeben werden oder es wird angeboten ein Haustier zu kaufen und eines umsonst dazu zu bekommen. Was wie der Rabatt auf Schuhe klingt, führt leider (und bei Schuhkäufern/innen auch sehr oft) zu spontanen Adoptionen.  Im Gegensatz zu Schuhen werden die Haustiere dann aber meist schon nach kurzer Zeit wieder zurück ins Tierheim gebracht und sind dann  noch viel verunsicherter und verstörter als vorher.

Die sogenannten „No-Kill“-Tierheime sind ein Versuch Tiere aufzunehmen, ohne sie einzuschläfern. Was wie eine gute Idee klingt, ist allerdings nicht was es verspricht. Laut der Tierschutzorganisation PETA sind diese Tierheime so unter Druck keine Tiere einzuschläfern, dass sie auch totkranke Tiere, die unter qualvollen Schmerzen leiden, nicht erlösen wollen. Sie schicken Haustierbesitzer weg, die ihre Tiere abgeben wollen, weil sie überfüllt oder weil das abzugebende Tier krank ist. Aber leider führt das oft dazu, dass Besitzer ihre nicht mehr gewollten Haustiere aussetzen oder töten, weil sie nicht verantwortungsbewusst genug sind weiter zu suchen. Und die Tötungsart, die von diesen Besitzern gewählt wird, ist weitaus schmerzhafter und grausamer für ein Tier, als durch Einschläferung in Ruhe zu sterben. Daneben steigen die Fälle von Animal-Hoarding. Von den gemeldeten Fällen machen „Tierschutzgruppen“ mittlerweile ein Viertel der gemeldeten Fälle aus, da all diese Gruppen sich mit dem Slogan „No-kill“ brüsten möchten.

So verlockend die Alternative zu herkömmlichen amerikanischen Tierheimen auch klingt: Der Weg von Amerikas System eine sichere Unterbringung für „weggeworfene“ Haustiere zu bieten, ist leider noch immer sehr weit.

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