Auch eine Woche nach dem Verschwinden des Vierbeiners «Flecki» warten seine Besitzer weiter an der Autobahn A8 bei Ulm auf seine Rückkehr. «Wir geben nicht auf», sagte die verzweifelte Tierbesitzerin Lisa Metzler am Montag.

«Wir sitzen viel im Wohnwagen und warten, dass sich was tut.» Erst am Sonntag habe sich Flecki dem Pärchen bis auf 200 Meter genähert, berichtete Metzler - dann sei er wieder weggelaufen. «Nachlaufen und schreien bringt gar nichts. Das scheucht ihn weg.»

Die 24-jährige war mit ihrem Partner am vergangenen Montag aus einem Kroatien-Urlaub auf dem Weg nach Hause, als Flecki bei einem kurzen Stopp an der Autobahn wegen eines lauten Knalls davonlief. Seitdem warten die Hundebesitzer aus Longuich bei Trier auf die Rückkehr des Mischlingsrüden. Das Pärchen hatte den Hund erst wenige Tage vorher von einer Bekannten übernommen.

Der Medienrummel um den entlaufenen Hund vor Ort habe sich bereits etwas gelegt, berichtete Metzler erleichtert. «Wir müssen gucken, dass Ruhe einkehrt. Dass der Hund so viel Mut kriegt, dass er zu uns kommt», sagte sie. Sie will weiter auf Flecki warten: «Wenn wir ihn alle zwei Tage sehen, werden wir nicht nach Hause fahren.»

Was war passiert?

 

Es sollte eigentlich nur ein kurzer Stopp auf dem Parkplatz werden: auf Toilette gehen, Fahrertausch und Hund rauslassen. Doch dann passiert es: Mischlingsrüde Flecki reißt sich los und rennt davon, in einen Wald. Das geschah am Montag. «Wir haben unser Auto seitdem nicht mehr bewegt», sagt Sven Hossalla auf einem Parkplatz an der A8 bei Ulm.

«Wir können doch ein Mitglied der Familie nicht im Wald zurücklassen», meint der 36-Jährige. «Wir haben schon alles Mögliche versucht.» Flecki sei am Montag losgelaufen, weil es plötzlich einen lauten Knall gegeben habe. «Der kam von einer Baustelle in der Nähe.» Sofort seien sie ihrem schwarzen Hund mit weißen Flecken an Bauch und Pfoten hinterhergerannt - ohne Erfolg. 

«Unsere Bindung ist noch nicht so stark», sagt Hossalla. Sie hätten den Hund erst drei Tage vor ihrer Heimfahrt von einer Bekannten übernommen.

«Es war Liebe auf den ersten Blick.»

 

Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes ist es grundsätzlich sinnvoll, dort zu warten, wo ein Hund weggelaufen ist. «Wenn ein Hund noch keine Bindung zu seinen Besitzern entwickelt hat, dann kann es natürlich schwieriger werden», sagt Sprecherin Lea Schmitz in Bonn.

Straßenhunde neigten oft dazu, vor Menschen wegzulaufen, während andere Hunde bei Menschen Futter suchten. Zuverlässige Angaben über die Zahl von weggelaufenen Hunden in Deutschland gebe es nicht.

 

Metzler und Hossalla wollen weiter auf dem Parkplatz Kemmental bleiben. «Auch wenn unsere Nerven schon ziemlich blank liegen», sagt Hossalla. Aber so lange Flecki immer mal wieder gesichtet werde oder sich dem Auto nähere, gebe es ja noch Hoffnung. «Wir haben das Gefühl, wenn wir wegfahren, geben wir ihn auf.»

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