Der eigentliche Skandal ist aber das Gesetz! Nach dem Tierschutzgesetz konnte der Mann nicht angeklagt werden! Hier alle Einzelheiten!

Ein 81-Jähriger soll Giftköder für Hunde ausgelegt haben - am Ende einer mehrstündigen Gerichtsverhandlung akzeptierte er nun zwei Strafbefehle. Vor dem Amtsgericht Rastatt in Baden-Württemberg hatte der Rentner die Vorwürfe zunächst vehement bestritten. Mit dem Rückzug seiner Einsprüche gegen die Strafbefehle entging er am Donnerstag einem Urteil.

Er muss nun insgesamt 2700 Euro Strafe zahlen. Davon sind aber nur 900 Euro für die mit Pflanzengift gespickten Wurstköder - der Rest ist dafür, dass er seiner Tochter und seinem Sohn die Faust ins Gesicht schlug.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann vorgeworfen, im Juli am Ufer des Flüsschens Murg in Gaggenau bei Rastatt die Wurst- und Fleischstückchen platziert zu haben. Gefressen wurden die Köder nicht. Eine Nachbarin, die in der Murg gebadet und den Pensionär nur aus wenigen Metern Entfernung beobachtet hatte, warnte Spaziergänger mit Hunden. Polizisten fanden im Mülleimer des Angeklagten Wurstpelle und eine Fleischverpackung.

Die Anklage lautete auf versuchte Sachbeschädigung. Der Rahmen bei einer Verurteilung hätte von einer Geldstrafe bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe gereicht. Nach dem Tierschutzgesetz war der Mann nicht angeklagt, weil nach diesem der Versuch nicht unter Strafe steht (Az.: 306 Js 10622/15).

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