Herzzerreißend, toll, wunderschön, ergreifend......Eine Geschichte, die bereits im Sommer dieses Jahres Menschen auf der ganzen Welt ihren Hut ziehen ließ, zaubert Tierfreunden derzeit wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Figo, der achtjährige Golden Retriever, der sich am 8. Juni in Brewster im US-amerikanischen Bundesstaat New York selbstlos vor einen kleinen Schulbus warf, um seine blinde Halterin Audrey Stone vor der drohenden Gefahr des Fahrzeugs zu beschützen, und seine Besitzerin sind wieder vereint.

„Du bist zuhause, endlich!“, rief Stone überglücklich, als sie ihre Fellnase nach mehreren Monaten wieder in die Arme schließen konnte. Sowohl Figo als auch Stone wurden bei dem Zusammenstoß mit dem Minibus verletzt. Dass der Vierbeiner auch nach seiner mutigen Rettungsaktion seinem Frauchen nicht von der Seite wich, machte ihn bei Tierfreunden weltweit zum Helden.

„Er wälzte sich zu ihr rüber“, sagte Paul Schwartz, Betreiber einer naheliegenden Tankstelle und Ersthelfer nach dem Unfall. „Er ließ sich sein Bein zwar ohne Probleme von uns verbinden, bellte, weinte oder jaulte noch nicht einmal. Aber er versuchte die ganze Zeit, zu ihr zu gelangen.“  „Er wollte sie beschützen“, bestätigte auch John Del Gardo, Polizeichef der Stadt.  Stone selbst rief ebenfalls verzweifelt nach ihrer Fellnase. „Wir versicherten ihr immer wieder, dass es ihm gut geht.“ Selbst davon überzeugen konnte sich die Halterin allerdings nicht: Figo wurde zum Tierarzt gebracht, während die 62-Jährige in das Krankenhaus in Danbury, Connecticut eingeliefert wurde.

Bis zu ihrem Wiedersehen mussten sich Figo und Stone denn dann auch noch lange gedulden. Während der Assistenzhund nach einer Operation schnell wieder auf den Beinen war – er hatte bei dem Unfall ein Trauma, tiefe Wunden und einen Bruch am Vorderbein erlitten –, dauerte Stones Genesung  mehrere Monate. Brüche des Sprunggelenks, des Ellbogens und mehrerer Rippen sowie eine Kopfverletzung erforderten zudem einen langen Aufenthalt in einer Rehabilitations-Klinik.


Keine Angst am Unfallort

In dieser Zeit lebte Figo in der Obhut seiner Ausbilder, die den Golden Retriever langsam wieder an seine Aufgabe heranführten. Denn ob es überhaupt ein Happy End für ihn und Stone geben würde, stand trotz der innigen Verbindung und der herzergreifenden Geschichte lange in den Sternen. „Sicherheit steht immer an erste Stelle“, erklärte Andrew Rubenstein, Marketingchef der Guide Dog Foundation. „Wenn der Hund sich nach dem Unfall ängstlich zeigt, werden wir mit Audrey sprechen, ob es nicht vielleicht besser ist, Figo in den Ruhestand zu schicken und einen neuen Assistenzhund zu übernehmen.“ Doch soweit kam es nicht. „Wir sind extrem stolz auf Figo, der viel Mut bewiesen hat“, so Rubenstein. Sogar ein Besuch am Unfallort brachte den gefeierten Helden nicht aus der Fassung.

Einer Fortsetzung der gemeinsamen Zeit von Figo und Stone, die bereits seit 6,5 Jahren ein Mensch-Hund-Team sind, steht somit endlich nichts mehr im Weg. „Mein guter Junge“, sagt Stone und streichelt ihren Partner, der wild mit dem Schwanz wedelt, liebevoll über den Kopf, bevor sie gemeinsam den Gehweg entlang gehen. „Du fühlst dich besser mit einem Hund an der Seite“, erklärt die 62-Jährige. „Er wäre für mich gestorben.“ Eine bedingungslose Liebe, für die Figo von der Amerikanischen Gesellschaft gegen Tierquälerei sogar als „Dog of the Year“ ausgezeichnet wird.

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