Eine unglaublich hohe Rechnung bekam eine Berliner Hundehalterin für die Rettung ihres Hundes. Der Fall wird morgen vor dem Berliner Verwaltungsgericht verhandelt.

Der Berliner Terrier Skipper macht auf Fotos einen harmlosen Eindruck: weißes Fell mit hellbraunen Stellen, schwarze Schnauze, offener Blick. Ein netter Hund eben - aber für seine Besitzerin könnte er teurer werden als ein neuer Kleinwagen. Vor zwei Jahren endete ein Ausflug von Skipper in einem Dachsbau. Die aufwendige Rettung des Hundes könnte seine Besitzerin nachträglich rund 13 000 Euro kosten.

So viel sollte die Frau jedenfalls an die Feuerwehr bezahlen. Das erschien ihr aber zu viel. Die Hundefreundin klagte gegen den Gebührenbescheid. An diesem Mittwoch (11.00 Uhr) verhandelt das Berliner Verwaltungsgericht über den Fall.

Der Terrier wurde am Abend des 9. November 2012 im Tegeler Forst ausgeführt. Dort verschwand Skipper in einem Dachsbau. Die beiden Spaziergänger riefen nach dem Tier, doch der Hund blieb unter der Erde, samt seiner Leine - das war auch das Problem, wie sich später herausstellte. Die Leine hatte sich verfangen. Der Hund kam nicht mehr aus der Höhle.

In ihrer Verzweiflung riefen die beiden Hundefreunde die Feuerwehr.Zunächst kam nur eine Staffel, später dann aber Verstärkung, auch die Freiwillige Feuerwehr wurde laut damaligen Zeitungsberichten alarmiert.

Die Männer graben schließlich mit Schaufeln. Allerdings ist der Dachsbau groß und an der Oberfläche weiß niemand, wo der Hund genau feststeckt. Der Abend vergeht, die Feuerwehrmänner lösen sich ab. Bis zu 40 Männer beteiligen sich. Teilweise ist die entstehende Grube im Wald drei Meter tief. Es wird tiefe Nacht.

Erst nach acht Stunden Arbeit im Licht der Feuerwehrscheinwerfer, gegen 1.30 Uhr, wird der unverletzte Hund gerettet. Die Freude ist groß. Aber schon während des Einsatzes hatte die Feuerwehr die Spaziergänger und auch die Hundehalterin, die anfangs gar nicht dabei war, auf die hohen Kosten hingewiesen.

Nach dem Feuerwehrgesetz und der geltenden Feuerwehrbenutzungsgebührenordnung kam eine Rechnung von mehr als13 000 Euro für die Halterin des Hundes zusammen. So kosten derzeit etwa technische Einsatzkräfte 71 Cent pro Minute, 42 Euro in der Stunde. Für Lastwagen mit Ladekran werden 1,40 Euro pro Minute berechnet. Ein Gerätewagen kostet 4,80 Euro in der Minute.

Selbst der Feuerwehr war die so zustande gekommene Rechnung wohl nicht ganz geheuer war. Sie ließ die Zahlen von der Innenverwaltung prüfen - und schickte die Forderung nach der Bestätigung ab.

Die dagegen klagende Hundebesitzerin argumentiert nun, zum einen haben sie selbst ja den Hund damals gar nicht ausgeführt, sondern ein Freund. Zudem sei die Höhe der Gebühr unverhältnismäßig.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Kennt Ihr eigentlich schon die Sendung "Pfotenhilfe - Die Tiervermittlung" mit Claudia Ludwig (früher "Tiere suchen ein Zuhause") und unserem Außenreporter Achim Bramscher? Hier stellen wir Euch Tiere aus dem Tierschutz vor - die allen nur einen Wunsch haben: ein neues Zuhause zu finden! Klickt doch einmal rein - die Vierbeiner werden es Euch danken!

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