Hunde sind des Menschen beste Freunde, treue Begleiter und feste Familienmitglieder. Doch: in China werden jedes Jahr beispielsweise bis zu 20 Millionen Hunde für den Verzehr geschlachtet, im Vietnam weitere fünf und in Südkorea rund zwei Millionen.

Sie sind groß oder klein, jung oder alt, Mischling oder Rassehund und haben alle ihren ganz besonderen Charakter: Hunde sind des Menschen beste Freunde, treue Begleiter und feste Familienmitglieder. Wie Vater, Mutter oder Kinder hat auch der tierische Gefährte einen Ehrentag, den Hundehalter allerdings mehrheitlich nicht kennen und der unter den gefeierten Fellnasen gänzlich unbekannt ist. Wie sinnvoll der gerade erst am Samstag, 10. Oktober, begangene Internationale Welthundetag ist, darüber lässt sich denn auch streiten, sollten die Leistungen des Vierbeiners für den Menschen doch ohnehin tagtäglich anerkannt werden.

Denn für die Zweibeiner ist der Haushund, der sogenannte Canis lupus, also der gezähmte Wolf, der älteste Freund und Helfer. Zwar herrschen noch viele Unstimmigkeiten über den Zeitpunkt, wann sich Mensch und Wolf angefreundet haben, doch datiert eine Studie die Domestizierung des Wolfes gar mehr als 100.000 Jahre zurück – Katzen dagegen schlossen sich erst vor circa 4.000 Jahren dem Menschen an. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die ehemals wilden Tiere zu stetigen Begleitern. Im alten Ägypten waren sie gar heilig, wurden als gottesähnlich angesehen, mit einem eigenen Diener und Schmuck ausgestattet, mit dem leckersten Essen gefüttert und neben dem Besitzer begraben.

Anderswo züchteten Völker entsprechend ihrer Lebensart und den Fähigkeiten der Vierbeiner bis heute etwa 400 spezialisierte Rassen zum Jagen, Hüten und Bewachen heran. Insbesondere ihre Sensibilität und Aufmerksamkeit – Hunde können auch eingeschränkt Farben sehen – sowie ihr extrem leistungsstarken Geruchssinn machen die Fellnasen dabei zu unabkömmlichen Helfern auf vier Pfoten. In der heutigen Zeit werden die tierischen Begleiter und ihre rund 200 Millionen Riechzellen – mehr als das 40-fache des Menschen – zudem eingesetzt, um Sprengstoff oder Drogen zu orten, Verschüttete aufzuspüren, Blinde oder körperlich und geistig Behinderte zu begleiten, Epileptiker und Diabetiker zu warnen, als Therapeut, Spielgefährte oder bester Freund. Sogar Krankheiten wie Eierstock-, Lungen-, Darm-, Blasen- oder Brustkrebs können Hunde anhand der ausgeatmeten Luft und mit einer Trefferquote von mehr als 90 Prozent erschnüffeln.   

Rechts- oder Linkspfoten und die Richtung eines Wirbels

Ob sich ein Hund erfolgreich zum Assistenzhund ausbilden lässt, darüber können Studien zufolge die bevorzugte Pfote – rechts oder links – und ein Haarwirbel Aufschluss geben. Denn auch in der Tierwelt, ob bei Affen, Pferden, Hunden, Katzen und sogar Vögeln beeinflusst das Erbgut nachweislich die Aktivität der Gehirnhälften. Ist die Fellnase eine Rechtspfote, so ist die linke Gehirnhälfte aktiver und der Hund aufgeschlossener und neugieriger. Die Ausbildung zum Assistenzhund verläuft in diesem Fall erfolgreicher als bei einer Linkspfote, die von Natur aus ängstlicher und vorsichtiger agiert. Ebenso Aufschluss gibt Untersuchungen zufolge die Richtung des Haarwirbels auf der Brust des Hundes, die bereits beim Embryo festgelegt wird. Drehen sich die Haare entgegen dem Uhrzeigersinn, so verläuft die Ausbildung erfolgreicher.

Bei der Mehrheit der Hundehalter sind die Aktivität der Gehirnhälften oder die Ausrichtung des Wirbels bei der Entscheidung für ein neues Familienmitglied jedoch irrelevant, werden sie als Haustier in Europa und den USA heutzutage doch vorwiegend verwöhnt und nicht als Arbeitshund eingesetzt. In Deutschland greifen die Besitzer der knapp sieben Millionen Hunde für das Wohl ihres tierischen Partners dann auch tief in die Tasche: Über 1,2 Milliarden Euro legten sie im Jahr 2012 allein für Hundefutter auf den Tisch, weiteres Zubehör, ob notwendig oder nicht, ließen sich Hundefreunde rund 164 Millionen Euro kosten.

Doch der hohe Stellenwert, den Hunde in westlichen Gesellschaften einnehmen, wird ihnen nicht in allen Ländern der Welt beigemessen. Insbesondere in Entwicklungsländern und Teilen Asiens leben sie völlig verwahrlost auf der Straße, werden als Wächter und Arbeitstier genutzt oder gar gegessen. In China werden jedes Jahr beispielsweise bis zu 20 Millionen Hunde für den Verzehr geschlachtet, im Vietnam weitere fünf und in Südkorea rund zwei Millionen. In Deutschland ist es gemäß der Tierischen Lebensmittel-Hygieneverordnung zwar verboten, „Fleisch von Hunden […] zum Zweck des menschlichen Verzehrs zu gewinnen oder in den Verkehr zu bringen“, doch droht auch in Nachbarländern oder anderen Ländern Europas noch immer vielen Vierbeinern auf Tötungsstationen oder auf der Straße der sichere Tod. Und auch jene Millionen Hunde in deutschen Tierheimen, die ein sicheres Dach über dem Kopf haben, warten Tag für Tag sehnsüchtig auf ein warmes, liebevolles Zuhause und auf eine eigene Familie.

Es haben sich also nicht nur große und kleine Racker für ihre Leistungen ein Extra-Leckerli von ihren Zweibeinern verdient. Auch jene Tiere, die bisher kein glückliches Leben hatten, Probleme und Missstände in Deutschland und der Welt sollten Beachtung finden. Nicht nur am Tag zu Ehren des ältesten Freundes des Menschen. Sondern Tag für Tag, um gemeinsam die kleine Welt der Hunde ein Stückchen besser zu machen. Ein Ziel, das wir von TIERVISION mit unserer Arbeit verfolgen.

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