Nachgefragt bei Michaela Bergemann-Volkmer. Sie verrät uns wann und wie man einen Therapiehund am besten einsetzt und berichtet aus ihrer täglichen Praxis.

Als Mutter von drei Kindern weiß ich genau wovon ich rede, wenn es um das Thema Hundeangst geht.

Einer meiner Söhne (jetzt 8) hatte so extreme Hundeangst, dass es uns alle in unserer Lebensqualität sehr eingeschränkt hat. Er verließ das Haus nicht mehr, er sprang im Restaurant auf den Tisch, oder verbrachte ganze Nachmittage OBEN auf der Rutsche....

Therapiehunde sind rar in Oldenburg, also mussten wir uns etwas einfallen lassen:

Da Kinder am besten lernen, wenn Sie etwas richtig verstehen und von Anfang an dabei sind kauften wir uns, natürlich in Absprache mit unserem Sohn, unseren Flat Coated Retriever "Cooper" als Welpe im Alter von 8 Wochen.

Um anderen Kindern in ähnlicher Situation zu helfen machen Cooper und ich derzeit eine Ausbildung zum Therapiehund Team im Schulungszentrum Ziemer & Falke.

Wir arbeiten in eigener Praxis die kinderfreundlich und einladend eingerichtet ist, außerdem ist sie ebenerdig, so das auch Senioren oder Kinder mit Handikap die Möglichkeit haben barrierefrei bei uns anzukommen. Auch Hausbesuche sind selbstverständlich.

Das erste Kennenlernen findet in der Regel ohne Hund statt, da ich mir gerne ein Bild von der Situation machen möchte, Sie haben aber außerdem auch die Möglichkeit auf meiner Seite www.vierpluszwei.com einen Anamnesebogen runterzuladen so dass ich mich vorab schon mit einzelnen Dingen auseinandersetzten kann. 

Um das "Übel" bei der Wurzel zu packen, machen wir nicht nur Angstbewaltigung in Einzelsitzungen sondern besuchen in erster Linie Kindergärten, Schulen und sogar Kinderkrippen, um den Kindern einen Einblick in das Thema Hund zu vermitteln und auch richtiges Verhalten bei fremden Hunden zu erlernen. Damit bauen wir Ängste im Vorfeld ab und schaffen gegenseitiges Vertrauen. Dies kann in Tagesbesuchen oder auch im Rahmen einer längerfristigen AG stattfinden.

Angebote für Kinder und Jugendliche

  • Berührungsängste abbauen und einen angemessenen Umgang mit einem Hund ermöglichen
  • Kontaktaufnahme durch Beobachtung und schrittweise Annäherung zu Hause und im Freien
  • Erkennen und Erlernen der Sprache des Hundes
  • Erlernen von konkreten Handlungsmöglichkeiten (Berühren und Ansprechen des Hundes, Spielen mit dem Hund, Führen des Hundes mit und ohne Leine)

Angebote, die die Lust sich zu bewegen und zu spielen aktivieren:

  • Apportier- und Suchspiele
  • Spaziergänge mit unterschiedlichen Aufgaben und Übungen

Angebote, die soziale Kompetenzen wie Verantwortung, Rücksichtnahme und Zuverlässigkeit fördern:

  • Versorgen des Hundes beispielsweise nach einem Spaziergang; Erkennen und Akzeptieren von Bedürfnissen und Grenzen des Hundes
  • Angebote, die die Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit schulen und das Selbstbewusstsein stärken:
  • Erlernen und Geben von Kommandos; Spiele und Aufgaben ‚mit allen Sinnen’ rund um das Thema Hund Cooper kann viel nützliche Dinge wie: Taschentücher bringen, Hier, Sitz, Bring, etc.

Aber auch viel, was einfach nur zum Spaß ist wie: "gib 5 ", suchen von Kindern und Gegenständen, man kann ihn "wegzaubern" und wieder "herzaubern"...

Lassen Sie sich überraschen :-)

Das Erlernen eines angemessenen Umgangs mit einem Hund erfolgt individuell und ggf. in kleinen Arbeitsschritten. Kinder und Jugendliche können lernen, mit eigenen Unsicherheiten und Ängsten umzugehen und Hunden mit Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu begegnen.


Angebote für Senioren

  • Gespräche mit dem Hund als ‚Brückenbauer’
  • Spaziergänge (ggf. mit Hilfsmitteln)
  • Kuscheln, Streicheln und Kontaktliegen mit dem Hund, insbesondere bei bettlägerigen Personen
  • Verbesserung der Feinmotorik: Greifen von Gegenständen, die der Hund apportiert; Anlegen von Leine und Halsband; Bürsten und Füttern des Hundes
  • Förderung der Wahrnehmung: Berühren des Hundes an verschiedenen Körperstellen; Beobachten der Bewegungsabläufe des Hundes
  • Aktivierung und zum Erhalt von Gedächtnisleistungen und sprachlichen Fähigkeiten: Erlernen und Geben von Kommandos; Spielen von (Gesellschafts-) Spielen unter Einbeziehung des Hundes.

Mein Repertoire soll interessierten Senioren neben der Aktivierung, Mobilisierung und dem Erhalt von Fähigkeiten Freude und Abwechslung im Alltag ermöglichen.

Ich bieten sowohl Einzelbegleitungen als auch Kleingruppenangebote an - auch in Senioreneinrichtungen.


Projekttage/ Projektwoche

Gemeinsam mit den Lehrern und Schüler organisieren Cooper und ich regelmäßig Projekttage.

Auch AG´s die über einen längeren Zeitraum (halbes / ganzes Schuljahr) laufen, sind möglich.

Autorin: Michaela Bergemann-Volkmer

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