Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. leben in Deutschland fast 1,6 Millionen demenzkranke Menschen. Die „Krankheit des Vergessens“ ist für viele eine der schrecklichsten Szenarien. Was viele jedoch nicht wissen: Auch Hunde sind vor ihr nicht sicher.

Die Demenz, auch das Kognitive Dysfunktionssyndrom genannt, verläuft bei Hunden ähnlich wie beim Menschen. Wie bei Alzheimerpatienten sterben im Gehirn langsam Nerven- und Gehirnzellen ab. Besonders betroffen sind die Bereiche in der Neuhirnrinde, die für das Lernen, das Gedächtnis und das Bewusstsein zuständig sind. Wie bei uns Zweibeinern tritt Demenz auch bei Hunden in der Regel erst im fortgeschrittenen Alter auf. Je nach Rasse und Größe können Symptome auch schon im Alter von acht Jahren auftreten.

Doch wie bemerke ich eigentlich, ob mein Hund an Demenz leidet?

Die Demenz beginnt sehr schleichend. Die Symptome sind nicht eindeutig und können oft mit denen anderer Krankheiten verwechselt werden. Ganz klar ist jedoch, dass sich aufgrund des Vergessens der Lebensrhythmus der Vierbeiner verändert. Sie bellen vermehrt, oft auch nachts. Die erkrankten Hunde vergessen nach und nach elementare Dinge ihres alltäglichen Hundelebens. So kann es zu plötzlicher Unsauberkeit und Problemen bei der Nahrungsaufnahme kommen – sie vergessen schlichtweg wie man überhaupt frisst.

An Demenz erkrankte Hunde erkennen bei Spaziergängen oftmals gewohnte Wege nicht wieder. Man kann dann beobachten, wie sie mit starrem Blick innehalten, weil sie nicht mehr wissen, wo es langgeht. Auch das Interesse an Spielzeug und der Umwelt nimmt immer weiter ab.  Je nach Schwere der Demenz kann es passieren, dass die Fellnasen Familienmitglieder anknurren oder ihnen plötzlich ausweichen. Es kann sogar so weit kommen, dass sie ihre Bezugsperson nicht mehr wiedererkennen.

Auch einfache Kommandos werden vergessen. Manche Hunde sitzen stundenlang an der Haustür, weil sie darauf warten, dass man sie herein lässt, weil sie vergessen haben, dass sie bereits im Haus sind. Insgesamt kann sich das gesamte Wesen des betroffenen Vierbeiners verändern. Hunde, die vorher aufgeschlossen und offen waren, werden durch die Demenz ängstlich oder sogar aggressiv.

Was kann ich tun, wenn mein Hund dement ist?

Demenz ist leider ebenso wie beim Menschen nicht heilbar. Der Tierarzt kann lediglich eine medikamentöse Therapie einleiten, die den Krankheitsverlauf verlangsamt. Als Halter ist es wichtig seinem tierischen Freund sehr viel Verständnis und Liebe entgegenzubringen. Die Fellnase braucht ein Gefühl von Sicherheit, schließlich versteht sie nicht was mit ihr passiert und wird unsicher. Außerdem kannst du deinen Hund immer wieder vor neue Aufgaben stellen und ihn so auf Trab halten. Variiere beispielsweise den Weg für den Spaziergang oder gib ihm neue Anreize durch verschiedene Spielzeuge.

Je weiter die Krankheit voranschreitet, desto pflegebedürftiger wird die betroffene Fellnase. Die Desorientierung nimmt zu und der Hund braucht Unterstützung beim Fressen und Trinken. Inwiefern das Leben mit Demenz im Endstadium noch lebenswert und vertretbar ist, liegt im Ermessen des Hundehalters, der seinen Liebling am besten kennt. Mithilfe eines Tierarztes sollte dann dieser Mensch entscheiden, ob es die humanere Lösung wäre den Hund zu erlösen.

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