Er wurde bereits angeknurrt und sehr oft argwöhnisch von unseren Vermittlungskanditaten der Pfotenhilfe angesehen... Die Rede ist von Tyler - dem Hund den ihr in jeder Folge der Pfotenhilfe in unserem Bühnenbild seht. Manuela Verspohl, das Frauchen von Tyler, hat das Foto ihres Hundes in unserer Sendung entdeckt und hat für Euch die Geschichte des "spanischen Opas" aufgeschrieben. Eine Geschichte die ans Herz geht und zeigt, dass es nie zu spät ist einem armen Hund eine zweite Chance zu geben.

(Autorin: Manuela Verspohl)

Im Juli 2012 lernte ich Monica, Noemi, Irene und Rafa aus dem Tierheim Castellbisbal (Nähe Barcelona/Spanien) persönlich bei einem Besuch dort kennen; wundervolle Menschen, die sich aufopferungsvoll und voller Liebe um ihre Schützlinge kümmern.

In den paar Tagen, die ich dort verbrachte, lernte ich natürlich auch die vielen Hunde und Katzen kennen, die dort gepflegt werden und sehnlichst auf ein neues Zuhause warten. Alle freundlich und darauf bedacht, möglichst ein paar Streicheleinheiten oder sogar ein Leckerli abzubekommen, sozial und ohne auch nur einen einzigen Anhaltspunkt von möglichen Aggressivitäten – sei es gegenüber den Menschen oder ihren Artgenossen. Manche ohne jede Scheu und Angst, die anderen eher zurückhalten und vorsichtig: wer weiß, was die armen Kreaturen schon alles erleben mußten…
Dort fiel mir dann auch „Opa Tyler“ auf: Ein sehr alter Rüde von geschätzt 14 – 15 Jahren mit teilweise kahlen Stellen im Fell, trüben Äuglein, arthrosegeplagt und ein wenig wackelig auf seinen Beinchen, der sich freute, wenn man ihm ein paar Knuddeleinheiten zuteil kommen ließ oder ihm mal ein Leckerli zusteckte, sich ansonsten aber eher zurückzog. Die Vorstellung, daß solch eine alte Kreatur einfach „entsorgt“ wurde, schnürte mir das Herz zu.

Wieder in Deutschland mußte ich des öfteren an den armen Kerl denken, wenn ich mit meiner damals 12-jährigen Jack-Russel-Hündin Joy kuschelte, und darüber nachdachte, daß Tyler so etwas vielleicht nie mehr kennenlernen würde.
Ein paar der Hunde, die ich dort kennengelernt hatte, wurden in der Zwischenzeit adoptiert, was mich von Herzen freute. Die alten aber blieben zurück… So faßten mein Mann und ich den Entschluß, Tyler zu adoptieren, um ihm noch einmal zu zeigen wie es ist, ein Zuhause zu haben, inklusive Kuschel- und Verwöhnprogramm, um ihm seinen Lebenswinter so schön wie möglich zu gestalten.

Tyler gewöhnte sich super bei uns ein. Er verstand sich von Anfang an hervorragend mit unserer Hündin, an die er sich aufgrund seiner altersbedingten Sehprobleme gerne beim Spazierengehen orientierte, und auch mit unserem Kater kam er sofort prima zurecht. Es ging einem richtig das Herz auf, wenn man sah, wie schnell er gelernt hatte, wo sein Kuschelbett steht, der als erstes in der Küche stand, wenn es was zu Futtern gab (obwohl er eigentlich gar nichts mehr hörte und so auch nicht mitbekam, wenn man den Futterschrank öffnete und mit den Näpfen klapperte), und der es nach einiger Zeit dann auch verstand, daß eine Hand nicht nur schlagen, sondern auch streicheln kann, richtig entspannt genießen konnte einfach nur zu kuscheln und dann auch gerne dabei einschlief!
Er ging, wie jeder andere Hund auch, gerne mit spazieren, interessierte sich für alles, was seinen Weg kreuzte und freute sich vor allem, wenn er Artgenossen traf. Im Gegensatz zu dem Zeitpunkt, als wir ihn bekommen hatten, war er „richtig gut drauf“, wollte an allem teilnehmen, war neugierig und wieder richtig gut auf seinen kleinen Pfoten unterwegs. Es war zu niedlich mit anzusehen, wenn er sich freute und wie ein kleiner Ziegenbock durch den Garten galoppierte und hüpfte. Man kam manchmal gar nicht mit , so flink war er !

Für uns steht auf jeden Fall fest, daß wir es keine Sekunde bereut haben, den lieben Opi adoptiert zu haben. Es sollten auch die alten und/oder kranken Fellnasen noch einmal die Chance bekommen zu erleben, wie es ist, eine eigene Familie zu haben, die ihren Schützling so liebt, wie er ist, ihn umsorgt, pflegt und verwöhnt. Ja, die Zeit ist vielleicht kürzer, als wenn man sich einen Welpen, oder einen jüngeren Hund zu sich holt. Dafür verbringt man die Zeit aber bewußter und auch viel intensiver. Und die Tiere zahlen es einem tausendfach mit ihrer bedingungslosen Liebe und Dankbarkeit zurück.

Am 16.01.2014 mußte ich den lieben kleinen Hunde-Opa dann mittlerweile 17-jährig über die Regenbogenbrücke zu seiner Schwester Joy gehen lassen, die diese Reise nur 5 Wochen vor ihm am 10.12.2013 aufgrund eines inoperablen Herzbasistumors antreten mußte…

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